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Wie wirkt Interozeption im Coaching und in der Psychotherapie?

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Studie des IBP & der ZHAW sucht teilnehmende Coach:innen und Psychotherapeut:innen

Was verrät uns ein schneller Herzschlag, ein Knoten im Bauch oder ein Gefühl von innerer Ruhe über psychische Veränderungsprozesse?

Die Interozeption - also die bewusste und unbewusste Wahrnehmung innerkörperlicher Zustände - rückt zunehmend in den Fokus psychotherapeutischer und coachingbezogener Forschung. Aktuelle Studien zeigen, dass interozeptive Prozesse eng mit Emotionsregulation, Stressverarbeitung und psychischer Gesundheit verbunden sind (Paulus & Stein, 2010; Khalsa et al., 2018). Darüber hinaus weisen Studien darauf hin, dass eine reduzierte interozeptive Fähigkeit mit erhöhter psychischer Belastung assoziiert ist, während eine differenzierte Körperwahrnehmung adaptive Emotionsregulation und Selbststeuerung unterstützen kann (Füstös et al., 2013; Qi et al., 2025). Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass interozeptive Fähigkeiten durch achtsamkeits- und körperorientierte Interventionen beeinflussbar sind (Price et al., 2018).

Doch welche Rolle spielt Interozeption konkret in der Praxis von Coaching und Psychotherapie? Genau dieser Frage widmet sich das gemeinsame Forschungsprojekt von IBP und ZHAW.

Dabei interessieren insbesondere:

  • wie die Interozeptionsfähigkeit durch IBP gefördert wird
  • wie sich subjektive Belastung im Prozessverlauf verändert
  • wie sich Emotionsregulation und Stressverarbeitung entwickeln
  • wie sich Kohärenzerleben und Ressourcenverfügbarkeit verändern
  • und in welchem Zusammenhang diese Entwicklungen mit Interozeption stehen

Interozeption wird dabei als mehrdimensionale Form der Selbstwahrnehmung verstanden, in der körperliche, emotionale und kognitive Prozesse eng miteinander verknüpft sind.

Hast Du Lust als Coach:in oder Psychotherapeut:in bei diesem spannenden Forschungsprojekt mitzuwirken? Dann melde Dich bei uns!

Mehr Informationen zum Teilprojekt Coaching gibt es ab September.

Teilprojekt Psychotherapie

Sonja Hilbrand, wiko@ibp-institut.ch

Teilprojekt Coaching

Ariane Orosz, orosz@zhaw.ch

Quellen:

Füstös, J., Gramann, K., Herbert, B. M., & Pollatos, O. (2013). On the embodiment of emotion regulation: interoceptive awareness facilitates reappraisal. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 8(8), 911–917. https://doi.org/10.1093/scan/nss089

Khalsa, S. S., Adolphs, R., Cameron, O. G., Critchley, H., Davenport, P. W., Feinstein, J., Zucker, N. (2018). Interoception and mental health: A roadmap. Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging, 3(6), 501–513

Paulus, M.P., Stein, M.B. Interoception in anxiety and depression. Brain Struct Funct, 214, 451–463 (2010). https://doi.org/10.1007/s00429-010-0258-9

Price, C. J., Hooven, C., & Jovanovic, T. (2018). Interoceptive awareness skills for emotion regulation: Theory and neurobiological evidence. Frontiers in Psychology, 9, 1–12. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2018.00798

Qi, M., Shen, X., Zeng, Y., Lin, X., Suliman, M., & Li, P. (2025). Interoception and mental health in middle-aged and elderly adults: A systematic review and meta-analysis. Neuroscience and biobehavioral reviews, 172, 106104. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2025.106104