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Der Schritt in die Selbstständigkeit wirkt für viele wie ein grosser Sprung – oft begleitet von Unsicherheit, Perfektionismus und offenen Fragen. Dabei scheitern die meisten nicht am Können, sondern an typischen Denk- und Umsetzungsfehlern.

Hier sind die 7 häufigsten Stolpersteine – und wie du sie vermeidest.

  1. Zu lange warten, bis „alles perfekt“ ist
    Viele starten erst, wenn Website, Angebot und Positionierung vermeintlich perfekt sind. Das Problem: Perfektion entsteht erst durch Praxis. Wer zu lange wartet, verliert Zeit, Energie und oft auch den Mut.

    Besser:
    Früh starten, testen und iterativ verbessern.
  2. Unklare Positionierung
    „Ich helfe allen mit allem“ ist kein überzeugendes Angebot. Ohne klare Zielgruppe und Profil bleibt die Nachfrage aus.

    Frage dich: Für wen will ich konkret arbeiten – und wobei genau?
  3. Angst vor Sichtbarkeit
    Viele Fachpersonen sind hervorragend ausgebildet – aber kaum sichtbar. Angst vor Bewertung oder Selbstzweifel blockieren Marketingaktivitäten.

    Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, dass dich passende Klient:innen finden.

  4. Fehlendes unternehmerisches Denken

    Die Ausbildung vermittelt Fachkompetenz, aber kaum betriebswirtschaftliches Know-how. Themen wie Fixkosten, Tarife oder Auslastung werden oft unterschätzt.

    Selbstständigkeit bedeutet auch: Unternehmer:in sein.

  5. Bürokratie wird überschätzt (oder verdrängt)
    Viele haben grossen Respekt vor rechtlichen und administrativen Anforderungen, Versicherungen und Vorsorge.

    Die gute Nachricht: In der Schweiz ist vieles einfacher als gedacht – wenn man weiss, wie.

  6. Isolation statt Austausch

    Viele versuchen, alles alleine herauszufinden. Das führt zu unnötigen Umwegen und Unsicherheit.

    Austausch mit anderen und professionelle Begleitung beschleunigen den Prozess enorm.

  7. Zweifel am eigenen Weg
    „Bin ich gut genug?“ – diese Frage begleitet fast alle. Oft stärker als reale Hindernisse.

    Zweifel sind normal – entscheidend ist, trotzdem ins Handeln zu kommen.

Fazit: Selbstständigkeit ist lernbar – und oft einfacher als gedacht

Die meisten Stolpersteine sind keine echten Hürden, sondern fehlende Klarheit und Struktur. Mit der richtigen Unterstützung lässt sich der Weg deutlich vereinfachen.

Genau hier setzen meine Workshops an:


Du erhältst konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, praxisnahe Checklisten und Klarheit für deinen eigenen Weg.

Wenn du nicht länger planen, sondern endlich starten willst, sind diese Workshops der nächste sinnvolle Schritt.

Gastbeitrag von Stefan Krucker, Kursleiter beider Kurse
www.psychotext.ch

Nach langjähriger internationaler Weiterentwicklungsarbeit wurde im Mai 2019 die 11. Revision der ICD von der WHO verabschiedet. Eine wichtige Neuerung im Bereich der psychischen Krankheiten ist die Aufnahme der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS, engl. CPTSD) als eigenständige Diagnose. 

Die Einführung dieses Störungsbildes beruht auf klinischen Beobachtungen und Forschungsergebnissen, die aufzeigen, dass die posttraumatischen Symptome und Reaktionen bei einigen Betroffenen deutlich über die klassischen PTBS-Merkmale hinausgehen. Die kPTBS wird üblicherweise durch wiederholte oder anhaltende traumatische Ereignisse ausgelöst, denen Betroffene oft nur schwer oder gar nicht entkommen können (Eberle und Maercker 2024). 

Zahlreiche Studien zeigen, dass Betroffene mit chronischen, interpersonellen Traumatisierungen ein spezifisches Symptommuster aufweisen, das sich von der klassischen PTBS unterscheidet. Die kPTBS ermöglicht eine präzisere Diagnostik und damit gezieltere Therapieplanung. (Eberle und Maercker 2024). 

Das bietet auch mehr Klarheit für die Differenzialdiagnostik. Die Abgrenzung zur Borderline-Persönlichkeitsstörung und anderen Traumafolgestörungen wird durch die kPTBS erleichtert, da sie spezifische Kriterien für komplexe Traumafolgen bietet (Hecker und Maercker 2015). Die kPTBS ist neben den Symptomen der klassischen PTBS durch Emotionsregulationsstörungen, negative Selbstwahrnehmung und interpersonelle Schwierigkeiten gekennzeichnet (Hecker und Maercker 2015).

Relevanz für die therapeutische Praxis

  • Individuelle Behandlungsansätze: Die Diagnose kPTBS ermöglicht es Therapeut:innen, gezielt auf die zusätzlichen Symptombereiche (z. B. Selbstwertprobleme, Affektdysregulation) einzugehen, was die Therapieeffektivität erhöht (Eberle und Maercker 2024). 
  • Validierte Diagnostikinstrumente: Mit der Einführung der kPTBS wurden spezifische Fragebögen und Interviews entwickelt (z. B. International Trauma Questionnaire, ITQ), die eine standardisierte Erfassung der Symptome ermöglichen (Cloitre et al. 2018).
  • Forschungsimpulse: Die neue Diagnose fördert die Forschung zu Traumafolgestörungen und die Entwicklung evidenzbasierter Therapieverfahren (Maercker & Eberle 2022).


Die aktualisierte S3-Leitlinie widmet der kPTBS ein eigenes Kapitel. Dies reflektiert die Notwendigkeit, die Diagnostik und Behandlung dieser spezifischen Traumafolgestörung von der klassischen PTBS abzugrenzen. Die Leitlinie bietet evidenzbasierte Therapieempfehlungen und betont die Bedeutung der differentialdiagnostischen Abgrenzung der kPTBS von anderen Störungsbildern, insbesondere der Borderline-Persönlichkeitsstörung, und gibt Hinweise zur Behandlung bei Vorliegen von Komorbiditäten (Schäfer et al. 2019).

Die kPTBS berücksichtigt zusätzlich Störungen der Emotionsregulation, negative Selbstkonzepte und zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Gerade bei diesen Symptomen kann die Integrative Körperpsychotherapie IBP gut ansetzen und unterstützen.

Maercker und Eberle (2022) fassen zusammen, dass die bisherigen Forschungsbefunde in Bezug auf die Gruppierung der trauma- und belastungsbezogenen Störungen zeigen, dass sich die neuen ICD-11-Diagnosen insgesamt bewähren. Insofern ist die ICD-11 als Fortschritt der Diagnostik von psychischen Störungen zu werten.

PD Dr. Phil. Myriam V. Thoma ist Universitätsdozentin für Klinische Psychologie und Psychopathologie mit ausgewiesener Expertise in den Themengebieten Psychopathologie, Stress, Trauma und Resilienz. In unserem praxisorientierten Kurs kannst du dich vertieft mit dem Störungsbild der kPTBS auseinandersetzen und dich mit anderen Therapeut:innen austauschen.

Ein Beitrag von Beatrix Schilling und Bettina Bamert

 

Quellen:

Eberle, D. J., & Maercker, A. (2024). Belastungsbezogene Störungen in der ICD-11. Die Psychotherapie, 69(3), 179-183.

Hecker, T., & Maercker, A. (2015). Komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-11. Psychotherapeut, 60(6), 547-562.

Cloitre, M., Shevlin, M., Brewin, C. R., Bisson, J. I., Roberts, N. P., Maercker, A., ... & Hyland, P. (2018). The International Trauma Questionnaire: Development of a self‐report measure of ICD‐11 PTSD and complex PTSD. Acta Psychiatrica Scandinavica, 138(6), 536-546.

Maercker, A., & Eberle, D. J. (2022). Was bringt die ICD-11 im Bereich der trauma-und belastungsbezogenen Diagnosen?. Verhaltenstherapie, 32(3), 62-71.

Schäfer, I., Gast, U., Hofmann, A., Knaevelsrud, C., Lampe, A., Liebermann, P., ... & Wöller, W. (Eds.). (2019). S3-leitlinie posttraumatische belastungsstörung. Berlin: Springer.

Der Begriff „Coach“ ist in der Schweiz nicht geschützt.

Das bedeutet es für dich:

Jede Person darf sich Coach nennen – auch ohne psychologische, pädagogische oder beratungsbezogene Ausbildung.

Während manche Coaches fundierte Ausbildungen mit Selbsterfahrung, Supervision und Praxis durchlaufen, besuchen andere ein Wochenendseminar und nennen sich danach ebenfalls Coach".

Beide tragen denselben Titel, aber die Kompetenz ist nicht vergleichbar.

Wenn du dich für eine Coaching-Weiterbildung interessierst,
orientiere dich an den Berufsverbänden bso.ch (Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung)
und sgfb.ch (Schweizerische Gesellschaft für Beratung).

Diese Verbände akkreditieren nur Weiterbildungen, die strenge Qualitätskriterien erfüllen, darunter:

✅ qualifizierte Dozierende mit anerkannter Ausbildung
✅ verbindliche Selbsterfahrung und Supervision
✅ definierte Ausbildungsstandards (mind. 3 Jahre, berufsbegleitend)
✅ transparente Evaluation und Ethikrichtlinien

Wenn ein Institut von BSO oder SGfB anerkannt ist, kannst du davon ausgehen,
dass die Ausbildung strukturiert, praxisnah und professionell ist –
und dich im Anschluss auf die eidgenössische höhere Fachprüfung vorbereitet.

In der Podcastfolge "Psychologie, und denn?" erfährst du,
wie genau eine solche Weiterbildung aussieht,
was sie kostet und wie du bis zu 10’000 CHF Bundesbeitrag zurückerhältst.

Zur Podcastfolge:

Spotify

Apple

Zu unserer qualitativ hochwertigen Coaching- Weiterbildung. 

Wie du in schwierigen Momenten mit dir umgehst, beeinflusst deine psychische Gesundheit stark. Die Compassion Focused Therapy (CFT) zeigt dir, wie du Selbstkritik durch Mitgefühl ersetzt und so innerlich ruhiger und stabiler wirst.

3 Fragen - 3 Antworten

Wir haben Dr. phil. Olivia Bolt, eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, drei Fragen zur Mitgefühlsbasierten Psychotherapie gestellt:

IBP Institut:
Was ist CFT?

Olivia Bolt:
CFT ist ein psychotherapeutischer Ansatz, der Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, der Evolutionstheorie, der Entwicklungs- und Sozialpsychologie sowie aus buddhistischen Traditionen integriert. Du lernst, deinen Herausforderungen mit Mitgefühl zu begegnen, statt dich selbst dafür zu kritisieren und damit dein Leiden zu verstärken.

IBP Institut:
Welche Methoden kommen bei der CFT zum Einsatz?

Olivia Bolt:
Ein zentraler Bestandteil der CFT ist die Psychoedukation über Emotionen und das menschliche Gehirn, damit du dein eigenes Erleben besser einordnen und verstehen kannst. Zur Förderung einer mitfühlenden inneren Haltung werden Methoden wie Imagination, Rollenspiele und Achtsamkeitsübungen eingesetzt. Die bewusste Hinwendung zum Körper spielt dabei eine wichtige Rolle. Um mit verschiedenen inneren Anteilen zu arbeiten, kommen häufig sogenannte Stuhldialoge zum Einsatz.

IBP Institut:
Warum ist Selbstmitgefühl so wichtig?

Olivia Bolt:
Schwierigkeiten und Rückschläge gehören zum menschlichen Erleben. Solche Situationen lösen oft unangenehme Gefühle aus. Wenn du dir in solchen Momenten mit Selbstkritik begegnest, entsteht zusätzlicher Stress. Mit einer mitfühlenden Haltung fällt es dir hingegen leichter, die Situation und die damit verbundenen Emotionen anzunehmen und dich selbst zu unterstützen. Das kann zu einer spürbaren Reduktion deines Stresserlebens führen. Zahlreiche Studien belegen die positiven Effekte von Selbstmitgefühl auf die psychische Gesundheit.

Möchtest du mehr zu diesem spannenden Thema erfahren? Dann melde dich jetzt für unser Fortbildungsseminar an: Mitgefühlsbasierte Psychotherapie – Compassion Focused Therapy vermittelt dir theoretische Grundlagen und praktische Methoden der CFT.