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Nach langjähriger internationaler Weiterentwicklungsarbeit wurde im Mai 2019 die 11. Revision der ICD von der WHO verabschiedet. Eine wichtige Neuerung im Bereich der psychischen Krankheiten ist die Aufnahme der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS, engl. CPTSD) als eigenständige Diagnose. 

Die Einführung dieses Störungsbildes beruht auf klinischen Beobachtungen und Forschungsergebnissen, die aufzeigen, dass die posttraumatischen Symptome und Reaktionen bei einigen Betroffenen deutlich über die klassischen PTBS-Merkmale hinausgehen. Die kPTBS wird üblicherweise durch wiederholte oder anhaltende traumatische Ereignisse ausgelöst, denen Betroffene oft nur schwer oder gar nicht entkommen können (Eberle und Maercker 2024). 

Zahlreiche Studien zeigen, dass Betroffene mit chronischen, interpersonellen Traumatisierungen ein spezifisches Symptommuster aufweisen, das sich von der klassischen PTBS unterscheidet. Die kPTBS ermöglicht eine präzisere Diagnostik und damit gezieltere Therapieplanung. (Eberle und Maercker 2024). 

Das bietet auch mehr Klarheit für die Differenzialdiagnostik. Die Abgrenzung zur Borderline-Persönlichkeitsstörung und anderen Traumafolgestörungen wird durch die kPTBS erleichtert, da sie spezifische Kriterien für komplexe Traumafolgen bietet (Hecker und Maercker 2015). Die kPTBS ist neben den Symptomen der klassischen PTBS durch Emotionsregulationsstörungen, negative Selbstwahrnehmung und interpersonelle Schwierigkeiten gekennzeichnet (Hecker und Maercker 2015).

Relevanz für die therapeutische Praxis

  • Individuelle Behandlungsansätze: Die Diagnose kPTBS ermöglicht es Therapeut:innen, gezielt auf die zusätzlichen Symptombereiche (z. B. Selbstwertprobleme, Affektdysregulation) einzugehen, was die Therapieeffektivität erhöht (Eberle und Maercker 2024). 
  • Validierte Diagnostikinstrumente: Mit der Einführung der kPTBS wurden spezifische Fragebögen und Interviews entwickelt (z. B. International Trauma Questionnaire, ITQ), die eine standardisierte Erfassung der Symptome ermöglichen (Cloitre et al. 2018).
  • Forschungsimpulse: Die neue Diagnose fördert die Forschung zu Traumafolgestörungen und die Entwicklung evidenzbasierter Therapieverfahren (Maercker & Eberle 2022).


Die aktualisierte S3-Leitlinie widmet der kPTBS ein eigenes Kapitel. Dies reflektiert die Notwendigkeit, die Diagnostik und Behandlung dieser spezifischen Traumafolgestörung von der klassischen PTBS abzugrenzen. Die Leitlinie bietet evidenzbasierte Therapieempfehlungen und betont die Bedeutung der differentialdiagnostischen Abgrenzung der kPTBS von anderen Störungsbildern, insbesondere der Borderline-Persönlichkeitsstörung, und gibt Hinweise zur Behandlung bei Vorliegen von Komorbiditäten (Schäfer et al. 2019).

Die kPTBS berücksichtigt zusätzlich Störungen der Emotionsregulation, negative Selbstkonzepte und zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Gerade bei diesen Symptomen kann die Integrative Körperpsychotherapie IBP gut ansetzen und unterstützen.

Maercker und Eberle (2022) fassen zusammen, dass die bisherigen Forschungsbefunde in Bezug auf die Gruppierung der trauma- und belastungsbezogenen Störungen zeigen, dass sich die neuen ICD-11-Diagnosen insgesamt bewähren. Insofern ist die ICD-11 als Fortschritt der Diagnostik von psychischen Störungen zu werten.

PD Dr. Phil. Myriam V. Thoma ist Universitätsdozentin für Klinische Psychologie und Psychopathologie mit ausgewiesener Expertise in den Themengebieten Psychopathologie, Stress, Trauma und Resilienz. In unserem praxisorientierten Kurs kannst du dich vertieft mit dem Störungsbild der kPTBS auseinandersetzen und dich mit anderen Therapeut:innen austauschen.

Ein Beitrag von Beatrix Schilling und Bettina Bamert

 

Quellen:

Eberle, D. J., & Maercker, A. (2024). Belastungsbezogene Störungen in der ICD-11. Die Psychotherapie, 69(3), 179-183.

Hecker, T., & Maercker, A. (2015). Komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-11. Psychotherapeut, 60(6), 547-562.

Cloitre, M., Shevlin, M., Brewin, C. R., Bisson, J. I., Roberts, N. P., Maercker, A., ... & Hyland, P. (2018). The International Trauma Questionnaire: Development of a self‐report measure of ICD‐11 PTSD and complex PTSD. Acta Psychiatrica Scandinavica, 138(6), 536-546.

Maercker, A., & Eberle, D. J. (2022). Was bringt die ICD-11 im Bereich der trauma-und belastungsbezogenen Diagnosen?. Verhaltenstherapie, 32(3), 62-71.

Schäfer, I., Gast, U., Hofmann, A., Knaevelsrud, C., Lampe, A., Liebermann, P., ... & Wöller, W. (Eds.). (2019). S3-leitlinie posttraumatische belastungsstörung. Berlin: Springer.

„Organisationen lernen nur, wenn die einzelnen Menschen etwas lernen. Das individuelle Lernen ist keine Garantie dafür, dass die Organisation etwas lernt, aber ohne individuelles Lernen gibt es keine lernende Organisation."
(Peter Senge: Die fünfte Disziplin. Kunst und Praxis der lernenden Organisation, S. 171)

In der Organisationsforschung existieren zwei grundlegende Perspektiven darauf, wie Dynamiken in Organisationen entstehen und wie Veränderung möglich wird.

Die eine sieht den Ursprung organisationaler Dynamiken vor allem in den Wahrnehmungs- und Handlungsmustern von Menschen – in den mentalen Modellen, Emotionen und Verhaltensweisen von Führungskräften und Mitarbeitenden.

Die andere betont, dass Verhalten primär durch Strukturen, Rollen und Kommunikationsmuster geprägt wird. Organisationale Dynamiken entstehen demnach weniger aus individuellen Absichten als aus der Logik des Systems.

Wie Peter Senge beschreibt, erzeugen Systeme häufig Ergebnisse, die niemand individuell beabsichtigt hat. Gleichzeitig gilt: Ohne individuelles Lernen gibt es auch kein organisationales Lernen.

Genau an dieser Schnittstelle bewegt sich Business Coaching insbesondere dann, wenn es von einer Organisation in einem Veränderungsprozess beauftragt wird, die Arbeit jedoch mit einzelnen Führungskräften und Teams stattfindet.

In solchen Coachingprozessen müssen mehrere Perspektiven gleichzeitig im Blick bleiben:

• die Anliegen aus der organisationalen Beauftragung
• die Richtung des Veränderungsprozesses der Organisation
• und die persönlichen Entwicklungsziele des Coachee

Wechselwirkungen zwischen Individuum und Organisation

Anhand einer konkreten Fallstudie wird deutlich, wie wir durch die Integration zwei verschiedener Ansätze einen Mehrwert sowohl für die Führungskraft, als auch für die Organisation schaffen können. In einem Beratungsunternehmen begleiteten wir mit mehreren Coaches einen Kulturentwicklungsprozess. Alle Coaches waren sowohl Business Coaches als auch in Systemic Team Coaching ausgebildet.

Systemic Team Coaching nach Peter Hawkins verbindet die Entwicklung einzelner Führungskräfte mit der Lernfähigkeit von Teams und richtet beides konsequent auf die gemeinsame Wertschöpfung für Organisation und zentrale Stakeholder aus.

Die Organisation hatte erkannt, dass genau das, was sie in Kundenprojekten erfolgreich machte – schnelles, transaktionales Denken und Handeln – für die interne Zusammenarbeit zunehmend problematisch wurde. Besonders neue Mitarbeitende erwarteten eine Kultur, die stärker auf Lernen, Feedback und Wertschätzung basiert.

Ein Durchbruch im Coaching entstand, als eine Führungskraft erkannte, dass in Projekt-Reviews fast ausschließlich nach Fehlern gesucht wurde. Die implizite Annahme lautete: Wenn wir Fehler konsequent identifizieren, werden wir besser.

Für das nächste Review-Meeting entschied sich der Coachee bewusst, zunächst das Gelungene zu würdigen. Nach einer kurzen Irritation veränderte sich die Atmosphäre im Team deutlich. Der Austausch wurde offener – und paradoxerweise auch selbstkritischer.

Körperliche Muster organisationaler Kultur

Noch deutlicher wurde die Wirkung organisationaler Kultur in einer späteren Coachingsitzung.

Das schnelle und transaktionale Denken im Projektalltag ging bei der Führungskraft mit einer bestimmten körperlichen Dynamik einher: spürbare Anspannung, ein flaches Atemmuster im Brustraum und ein sehr schnelles Denken. Im Kontakt entstand dadurch eine leicht getriebene Atmosphäre.

Der Coachee wollte sich in der Sitzung auf ein Feedbackgespräch mit einer Mitarbeiterin vorbereiten. Inhaltlich war ihm schnell klar, welche Punkte er ansprechen wollte. Gleichzeitig hatte er sich vorgenommen, entsprechend der neuen Zielkultur wertschätzend und ergebnisoffen in das Gespräch zu gehen.

An diesem Punkt sprach ich die subtile körperliche Anspannung an, mit der er mir gegenübersass. Ich bat ihn, seinen Zustand entlang der drei IBP-Dimensionen Körper, Emotion und Kognition (KEK) achtsam wahrzunehmen.

Auf einer Skala von 1 bis 10 beschrieb er seine Spannung mit 7,5 – für ihn bereits relativ entspannt. Gleichzeitig wurde ihm sofort klar, dass es aus diesem Zustand heraus kaum möglich wäre, ein wirklich offenes Entwicklungsgespräch zu führen.

Gemeinsam untersuchten wir, wie er seinen Zustand in Richtung 4,5 regulieren könnte. Für ihn war die Atmung der wirksamste Zugang. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf die Atembewegung im Bauchraum und verlängerte bewusst die Ausatmung.

Nach wenigen Momenten veränderte sich seine Präsenz spürbar. Die körperliche Entspannung führte zu mehr emotionaler Ruhe und Gelassenheit. Auch sein Denken wurde offener und assoziativer.

Ihm wurde unmittelbar klar, dass genau dieser innere Zustand die Voraussetzung für ein echtes Entwicklungsgespräch war. So kann auch körperliches Erleben in die Organisationsentwicklung mit einfliessen.

Schlussgedanke

Organisationale Kultur entsteht nicht nur durch Strategien, Strukturen oder Prozesse. Sie entsteht in jedem Moment neu – in der Art, wie Führungskräfte wahrnehmen, entscheiden, kommunizieren und miteinander in Kontakt sind.

Business Coaching wirkt deshalb nicht nur auf der individuellen Ebene. Indem Führungskräfte ihre Wahrnehmung, Haltung und Präsenz verändern, verändern sie zugleich die Qualität der Interaktionen im System.

So wird individuelles Lernen zu einem Hebel für organisationale Entwicklung – und Coaching zu einem wichtigen Raum, in dem sich kultureller Wandel konkret im Verhalten von Menschen verkörpern kann.

Ein Beitrag von Axel Klimek. In seinem neuen Buch „Der Leaders Coaching Circle“ gibt es mehr zu seiner Arbeit im IBP-Kontext: www.leaderscoachingcircle.com.

Weitere spannende Fallstudien sind auch in Peter Hawkins Buch „Leadership Team Coaching in Practice. Case Studies on Creating Highly Effective Teams“ nachzulesen.

Die Psychotherapie steht heute vor einer spannenden Herausforderung: Wie können wir die tiefe Verbindung zwischen Körper und Psyche noch gezielter nutzen, um unsere Patient:innen nachhaltiger zu unterstützen?

Genau hier setzt unser bewährter Lehrgang „Schulenübergreifende Körperpsychotherapie in der Praxis“ an – und ab sofort mit einem besonderen Mehrwert: In Kooperation mit der Fachhochschule OST bieten wir dir die Möglichkeit, deine Expertise mit einem CAS-Zertifikat zu krönen.

Eine Zusammenarbeit, die nicht nur deine berufliche Weiterbildung bereichert, sondern auch deine therapeutische Praxis auf ein neues Level hebt.

Warum diese Kooperation für dich und deine Arbeit so wertvoll ist

Die Verbindung von IBP-Expertise und akademischer Kompetenz der FH OST schafft eine einzigartige Lernumgebung, in der Theorie und Praxis optimal verschmelzen.

Das CAS-Zertifikat unterstreicht nicht nur die wissenschaftliche Fundierung des Lehrgangs, sondern stärkt auch deine Position als Fachperson – ein klarer Vorteil für deinen beruflichen Werdegang.

Doch dieser Lehrgang bietet dir noch viel mehr: Er öffnet dir die Tür zu einem erweiterten Verständnis der Körper-Psyche-Dynamik, das deine Arbeit mit Patient:innen tiefgreifend verändern wird.

Der Körper als Schlüssel: Warum er in der Psychotherapie nicht fehlen darf

Als Psychotherapeut:in oder Psychiater:in weisst du aus Erfahrung: Viele psychische Belastungen – ob Traumafolgen, chronische Verspannungen oder emotionale Blockaden – zeigen sich zunächst im Körper.

Aktuelle Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Traumaforschung bestätigen, was du vielleicht schon oft wahrgenommen hast: Körperliche Reaktionen wie Muskelspannung, Atmung oder vegetative Aktivierung sind nicht nur Symptome, sondern direkte Zugangswege zur Bearbeitung psychischer Themen.

Wenn du lernst, diese Signale zu lesen und gezielt in deine Therapie zu integrieren, eröffnest du deinen Patient:innen neue Wege der Heilung – und dir selbst neue Möglichkeiten, verschiedene Störungen souveräner zu begleiten.

Doch dieser Lehrgang geht noch einen Schritt weiter: Er lädt dich ein, deine eigene therapeutische Identität zu vertiefen.

Durch Selbsterfahrung und Supervision schärfst du nicht nur deine eigene Kompetenzen, sondern entdeckst auch, wie körperorientierte Methoden deine Arbeit bereichern können.

Viele Absolvent:innen berichten, dass sie durch diese Weiterbildung nicht nur fachlich gewachsen sind, sondern auch mehr Sicherheit, Kreativität und Freude in ihrem Berufsalltag gefunden haben.

Was dich erwartet: Ein Jahr, das deine Praxis verändert

In diesem einjährigen Zertifikatslehrgang begleiten dich erfahrene Dozierende durch sieben Module – von der Einführung in die Körperpsychotherapie bis hin zu neurowissenschaftlichen Grundlagen der Traumatherapie.

Du lernst, wie du körperpsychotherapeutische Tools flexibel in dein bestehendes Setting integrierst, ohne eine neue „Schule“ von Grund auf erlernen zu müssen.

Besonders wertvoll: Die Kombination aus Theorie, Praxis und Selbsterfahrung, die dir hilft, das Gelernte direkt in deiner Arbeit anzuwenden.

Am Ende wartet nicht nur eine von den Berufsverbänden anerkannte Fortbildung und ein anerkanntes CAS-Zertifikat auf dich, sondern auch die Gewissheit, deine Patient:innen noch ganzheitlicher unterstützen zu können – mit Methoden, die nachhaltig wirken und deine therapeutischen Möglichkeiten erweitern.

Der Lehrgang beginnt am 24. November 2026 in Winterthur.

Nutze diese Chance, um deine Kompetenzen in der Körperpsychotherapie zu vertiefen – mit dem Rückhalt zweier starker Partner und einem Abschluss, der deine Expertise unterstreicht.

Melde dich hier an oder erfahre mehr am Infoabend

Diese Kooperation öffnet Türen – für dich, deine Patient:innen und deine berufliche Zukunft.

Wir freuen uns darauf, dich gemeinsam mit der FH OST auf diesem Weg zu begleiten!

Was sagt der chinesische Kalender zum Jahr 2026 und wie kann IBP unterstützen?

Der Januar neigt sich bereits dem Ende zu und 2026 ist nun vollständig angekommen. Die ersten Wochen können in dieser dunklen und kalten Jahreszeit als schleppend und ermüdend wahrgenommen werden. Die Neujahrsvorsätze wirken mehr anstrengend als motivierend und der Alltag mag sich - ganz wie das Wetter - in Grautönen verlieren, die nur gelegentlich von Sonnenschein erhellt werden.

Wenn wir den Blick auf den chinesischen Kalender richten, finden wir für diese Phase der zehrenden Anstrengung, des Nicht-Vorankommens und der Erschöpfung eine gute Begründung. Obwohl das neue Jahr auf dem Papier bereits begonnen hat, befinden wir uns bis zum 17. Februar immer noch im Jahr der Schlange. Um zu wachsen, müssen sich Schlangen regelmässig häuten: einen Teil ihrer selbst abstreifen und zurücklassen. Diesen Prozess durchlaufen auch wir Menschen. Er kann bisweilen anstrengend und schmerzhaft sein. Aus diesem Grund kann es jetzt vielleicht von Vorteil sein, die Botschaften des chinesischen Tierkreiszeichens – unabhängig davon, ob man sich mit Astrologie besonders verbunden fühlt oder nicht – anzunehmen und für sich selbst setzen zu lassen. Sich mit Mitgefühl seinen letzten Häutungsprozessen zu widmen und Altes abzulegen, um Platz für Neues zu kreieren.

Denn Neues ist definitiv auf dem Weg. 2026 gilt als Jahr des sogenannten "Feuer-Pferdes". Ein Symbol für Dynamik, Leidenschaft, Mut und Aufbruch. Das Jahr bringt Tempo und Veränderungen, die sowohl bereichernd als auch herausfordernd wirken können. Diese explosive Kraft kann viel in Bewegung setzen, jedoch auch unberechenbar sein. Umso wichtiger ist es also, einen kraftvollen und bewussten Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt zu pflegen.

Vor diesem Hintergrund spüren viele Menschen Sehnsucht nach einem Gefühl von kraftvoller Lebendigkeit, um den stressigen Alltag besser zu bewältigen. Kennst du diese Sehnsucht auch? Dann könnte unser Workshop «Lebe deine Kraft» dir den passenden Impuls für die erwünschte Veränderung bieten.

Warum Coaching heute anders gedacht werden muss – und wie IBP dabei unterstützt, Mindset wirklich zu verändern.

Organisationen stehen heute vor Herausforderungen, die sich grundlegend von den Anforderungen früherer Jahrzehnte unterscheiden. Während die «komplizierte» Realität früher vor allem Fachwissen, Planung und strukturierte Problemlösung verlangte, bewegen wir uns heute in einer Welt, die von Disruption, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität geprägt ist. Die BANI-Realität ist brüchig und kaum vorhersagbar. Genau deshalb genügt es nicht mehr, Führung nach klassischen Kriterien weiterzuentwickeln – wir müssen Coaching selbst neu denken.

Coaching in der komplizierten Realität – drei Formate für Klarheit und Umsetzung

In der überschaubaren Welt linearer Probleme haben sich Coaching-Formate bewährt, die primär auf Verhalten, Fähigkeiten und Leistung zielen:

  • Skills Coaching: Entwicklung konkreter Kompetenzen, z. B. Konfliktgespräche, Priorisierung, Präsenz.
  • Development Coaching: Reflexion der Führungsrolle, Identifikation von Stärken und Entwicklungspotenzialen.
  • Performance Coaching: Fokus auf Zielerreichung, Umsetzungsstärke und Messbarkeit.

Diese Formate sind weiterhin wertvoll – aber sie adressieren nur einen Teil moderner Führungsarbeit. Sie greifen dort, wo Ursache und Wirkung kompliziert aber vorhersagbar sind. Doch genau das ist heute nur noch selten der Fall.

Coaching in der komplexen Realität – drei Formate für echte Transformation

In einem Umfeld disruptiver Veränderungen brauchen Führungskräfte etwas anderes: innere Beweglichkeit, emotionale Präsenz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit produktiv umzugehen. Hier treten drei neue Coaching-Formate in den Vordergrund:

  • Personal Coaching: Arbeit an inneren Mustern, Emotionen, Selbstregulation und Ressourcenentwicklung.
  • Transformational Coaching: Mindset-Shift, innere Neuorientierung, Aushalten von Unsicherheit
  • Emergent Coaching: Begleitung ohne fertige Lösung, Arbeiten im Nichtwissen, Co-Creation.

Diese Formate sind nicht nur Ergänzung – sie sind Voraussetzung dafür, dass Führung in BANI-Umgebungen wirksam bleibt. Und genau hier zeigt IBP seine besondere Stärke.

Mindset: kein Konzept, sondern ein verkörpertes Muster – und es muss verkörpert verändert werden

Mindset ist kein theoretisches Konstrukt. Es ist die Summe körperlich gespeicherter Erfahrungen, emotionaler Reaktionsmuster und tief auf der Ebene neuronaler Strukturen verankerter mentaler Modelle. Führungskräfte und Coaches greifen in Stresssituationen aber auch routinemässig  automatisch darauf zurück – oftmals selbst dann wenn diese Muster nicht mehr zur Realität passen.

IBP ermöglicht hier einen entscheidenden Schritt: Es öffnet Erfahrungsräume, in denen Menschen neue Perspektiven nicht nur verstehen, sondern im eigenen Körper erleben. Über somatische Wahrnehmung, emotionale Resonanz und bewusstes Experimentieren werden neue Handlungsoptionen spürbar – und damit nachhaltig abrufbar.

Wie die sechs Formate in der Supervision zusammenwirken

In der IBP-Supervision werden die sechs Coaching-Formate zu einem präzisen Kompass:

  • Die drei klassischen Formate werden genutzt, um Klarheit, Struktur und Umsetzungssicherheit zu fördern.
  • Die drei modernen Formate ermöglichen es, mentale Modelle zu hinterfragen, innere Flexibilität aufzubauen und transformierende Lernerfahrungen zu integrieren.

Supervision wird dadurch zu einem Ort, an dem sowohl äussere Herausforderungen als auch innere Muster sichtbar werden – und sich gegenseitig beeinflussen dürfen. Genau das brauchen Führungskräfte und Coaches, die in einer komplexen Welt wirksam bleiben wollen.

Coaching neu zu denken, heisst heute: Mindset als verkörperte Realität verstehen – und Veränderung auch verkörpert und auf der Ebene der Erfahrungen zu ermöglichen. IBP liefert dafür ein einzigartig reiches Instrumentarium.

Ein Beitrag von Axel Klimek zu seinem neuen Buch «Der Leaders Coaching Circle» und seiner Arbeit im IBP-Kontext. Mehr zum Buch unter www.leaderscoachingcircle.com.

Der Begriff „Coach“ ist in der Schweiz nicht geschützt.

Das bedeutet es für dich:

Jede Person darf sich Coach nennen – auch ohne psychologische, pädagogische oder beratungsbezogene Ausbildung.

Während manche Coaches fundierte Ausbildungen mit Selbsterfahrung, Supervision und Praxis durchlaufen, besuchen andere ein Wochenendseminar und nennen sich danach ebenfalls Coach".

Beide tragen denselben Titel, aber die Kompetenz ist nicht vergleichbar.

Wenn du dich für eine Coaching-Weiterbildung interessierst,
orientiere dich an den Berufsverbänden bso.ch (Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung)
und sgfb.ch (Schweizerische Gesellschaft für Beratung).

Diese Verbände akkreditieren nur Weiterbildungen, die strenge Qualitätskriterien erfüllen, darunter:

✅ qualifizierte Dozierende mit anerkannter Ausbildung
✅ verbindliche Selbsterfahrung und Supervision
✅ definierte Ausbildungsstandards (mind. 3 Jahre, berufsbegleitend)
✅ transparente Evaluation und Ethikrichtlinien

Wenn ein Institut von BSO oder SGfB anerkannt ist, kannst du davon ausgehen,
dass die Ausbildung strukturiert, praxisnah und professionell ist –
und dich im Anschluss auf die eidgenössische höhere Fachprüfung vorbereitet.

In der Podcastfolge "Psychologie, und denn?" erfährst du,
wie genau eine solche Weiterbildung aussieht,
was sie kostet und wie du bis zu 10’000 CHF Bundesbeitrag zurückerhältst.

Zur Podcastfolge:

Spotify

Apple

Zu unserer qualitativ hochwertigen Coaching- Weiterbildung. 

Mental Health, die psychische Gesundheit, ist ein wesentlicher Bestandteil unseres allgemeinen Wohlbefindens. Während körperliche Gesundheit häufig im Vordergrund steht, wird die Bedeutung der psychischen Gesundheit oft unterschätzt. Dabei sind beide eng miteinander verknüpft: Unser geistiger Zustand beeinflusst, wie wir mit Stress umgehen, Entscheidungen treffen und unser Leben in Balance halten.

Doch was ist Mental Health eigentlich? Unter psychischer Gesundheit versteht man das emotionale, psychologische und soziale Wohlbefinden eines Menschen. Sie beeinflusst, wie wir denken, fühlen und handeln. Eine gute mentale Gesundheit ermöglicht es uns, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen, positive Beziehungen aufzubauen und unser volles Potenzial auszuschöpfen. Umgekehrt können psychische Probleme, wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout, unsere Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Psychische Probleme entstehen häufig aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Diese können genetische Veranlagungen, traumatische Erlebnisse, chronischer Stress, soziale Isolation oder auch übermäßiger Druck im Beruf und im Privatleben sein. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft, in der ständige Erreichbarkeit und Leistungsdruck omnipräsent sind, fällt es vielen Menschen schwer, ihre psychische Gesundheit im Gleichgewicht zu halten.

Ein großes Hindernis für den Umgang mit psychischen Erkrankungen ist die anhaltende Stigmatisierung. Viele Menschen zögern, Hilfe zu suchen, weil sie Angst vor Ablehnung oder Vorurteilen haben. Diese Stigmatisierung führt dazu, dass psychische Erkrankungen häufig unerkannt bleiben und die Betroffenen erst dann Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Belastung unerträglich wird.

Es ist entscheidend, die psychische Gesundheit genauso zu priorisieren wie die körperliche. Dies bedeutet, sich regelmässig Pausen zu gönnen, Achtsamkeit zu praktizieren und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Professionelle Hilfe, sei es durch Therapie, Coaching oder psychologische Beratung, kann dabei helfen, belastende Muster zu durchbrechen und neue Wege für ein ausgeglicheneres Leben zu finden.

Abschliessend lässt sich sagen, dass Mental Health kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Sie betrifft uns alle, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Indem wir offen über psychische Gesundheit sprechen, Barrieren abbauen und das Wohlbefinden von uns selbst und anderen priorisieren, können wir eine Gesellschaft schaffen, in der jeder Mensch die Unterstützung erhält, die er braucht, um ein erfülltes Leben zu führen.

Marion Jost Marx, Psychotherapeutin für Integrative Körperpsychotherapie IBP und IBP-Ausbildnerin, beschreibt im Interview mit der Zeitschrift Psychoscope sehr anschaulich den Gewinn des Einbezugs des Körpers in die Therapie.